Letzte Woche erreichten uns Bilder und ein Bericht von Malaika Smile Leiter Alex Ssekabira über die „Bankgeschäfte“ der 28 Schüler*innen in Kyankwanzi. Im Lehrplan stehen nicht nur Unterrichtsinhalte wie Lesen, Schreiben, Rechnen, Pflanzenaussaat und -aufzucht sowie die Pflege von Kaninchen und Hühnern, sondern auch das Erlernen des Umgangs mit Geld: Geld verdienen, Geld sparen, Geld ausgeben und die Aufgaben einer Bank – all das sind für ugandische Kids „böhmische Dörfer“. Und wenn man nie Geld hat, wie soll man dann lernen damit umzugehen geschweige denn zu sparen für größere Anschaffungen wie z.B. den Kauf einer Kuh?
Und so bekamen die Kids ihren ersten Verdienst aus ihrer Bananenernte ausgezahlt und sie trugen dieses Geld stolz zur Bank. Dort wurde zunächst ein Konto für jedes Kind eröffnet. Die Eltern hatten natürlich ihre Zustimmung gegeben.
Man kann sich vorstellen, dass das ein Tagesausflug ins nächste Dorf mit einer Bank war. Die Lehrerinnen Jenipher und Enid, der Schuldirektor David sowie Alex Ssekabira begleiteten die Kids und halfen beim Ausfüllen der Formulare. Die Bankangestellten staunten zunächst auch nicht schlecht, freuten sich aber über die junge Bankkundschaft und befanden diese Idee auch für wertvoll und unterstützenswert.
Im Folgenden ein Auszug aus Alex’ Bericht:
„Hallo Team,
ich hoffe, euch geht es allen gut. Ich wollte ein kurzes Update zu unserer Bankaktivität letzte Woche teilen.
Seit dem ersten Schulhalbjahr haben unsere Kinder praktische Erfahrungen durch unseren Schulgarten gesammelt. Sie haben Bananen gepflanzt, gepflegt und schließlich geerntet. Die Einnahmen aus dem Verkauf ihrer Ernte gehören den Kindern selbst.
Im ersten Halbjahr waren die Bananenpflanzen nicht bei allen Kindern bereits reif, daher mussten einige noch auf ihre erste Ernte warten. Im zweiten Halbjahr hatten jedoch alle Kinder geerntet und etwas Geld verdient. Das bedeutete, dass zum ersten Mal jedes Kind Ersparnisse hatte, die es auf die Bank bringen konnte.
Die Aufregung war unglaublich.
Bevor sie die Bank besuchten, hatten die Kinder bereits Wochen damit verbracht, über Geld zu lernen – was es ist, wie es verdient wird, wie es verantwortungsvoll genutzt werden sollte und vor allem die Gewohnheit des Sparens. Wir glauben, dass Kinder lernen sollten, Geld für das Notwendige zu verwenden und nicht nur für das, was sie sich wünschen.
Leider sind viele von uns ohne jegliche finanzielle Bildung aufgewachsen. Wir sind erst viel später im Leben mit Banking in Berührung gekommen, oft erst, als wir die Universität erreicht oder angefangen haben zu arbeiten. Doch Geld spielt eine zentrale Rolle in unserem Alltag. Wir verdienen es, geben es aus und sind davon abhängig, aber nur sehr wenige Schulen lehren Kinder, wie das Finanzsystem tatsächlich funktioniert.
Bei Mareike Smile ändern wir das. Diese praktische Bankerfahrung ist ein Spiegel unseres Schulmanifests. Wir leben es. Die Kinder haben die Bank besucht, ihre eigenen Bankgeschäfte unter Anleitung ihrer Lehrer und der Bankangestellten durchgeführt und das Banksystem aus erster Hand erlebt. Der Bankleiter war wirklich beeindruckt zu sehen, wie junge Kinder schon in so frühem Alter finanzielle Verantwortung lernen, und erkannte die Bedeutung, die nächste Generation darauf vorzubereiten, Geld klug zu verwalten.
Mit Blick auf die Zukunft planen wir auch die Einführung einer Mareike Smile Schulwirtschaft, einschließlich einer Schulwährung, die innerhalb unserer Lernumgebung funktioniert.
Durch dies werden Kinder ein noch tieferes Verständnis für Sparen, Verdienen, Ausgeben, Handel und die größere Wirtschaft auf eine praxisnahe und spannende Weise gewinnen. Anbei einige Highlights und Fotos von diesem unvergesslichen Tag.“



