Am vorletzten Wochenende war Rechtsanwalt Gordon Kifudde zu Besuch bei Familie Irtenkauf. Er legte in Baden-Baden sozusagen einen Zwischenstopp ein auf seiner Reise von Amsterdam, wo er in Den Haag beim Internationalen Gerichtshof als Anwalt arbeitet, zurück nach Uganda. Natürlich gab es jede Menge Sightseeing, denn Gordon ist an allem sehr interessiert. Ein besonderes Visum erlaubt ihm auch mal „geschwind“ in Deutschland Station zu machen.

Aber in erster Linie war Gordon geschäftlich bei den Irtenkaufs, Tochter Janine war extra aus dem Schwäbischen angereist. Sie übersetzt u.a. die Arbeitsverträge für das Team und viele nötige Dokumente für die ugandischen Behörden und sie hatte Gordon in Uganda noch nicht kennengelernt.

Nicht nur Christine Irtenkauf fand die Gespräche mit ihm sehr bereichernd, da endlich einmal Zeit war, um auch die Hintergründe und den Rahmen einer „Kooperation“ verschiedener Kulturen zu beleuchten. Gordon liebt seine Heimat Uganda und ist mit Leib und Seele Ugander, aber er hat durch seinen Beruf auch viele europäische Aspekte der Welt kennengelernt. Auf die Bitte des ugandischen Teamleiters wurde u.a. das Thema „Arbeitnehmer/Arbeitgeber“ angesprochen. Auch in der Arbeitswelt gibt es unterschiedliche Auffassungen in den verschiedenen Kulturen. Natürlich hat das ugandische Team „Arbeitsverträge“, in denen auch konkrete Aufgaben aufgelistet sind. In Uganda wird ein Vertrag aber unter Umständen anders interpretiert, als wir Deutschen es erwarten. Dazu kommt, dass in einem Kinderhaus, wo über 25 Kinder betreut werden, spontan neue Aufgaben zu bewältigen sind. Auch das Thema „Pause“ und „Urlaub“, Informationen über Abwesenheit etc. wird unterschiedlich beurteilt und führt immer wieder zu langen und emotionalen Diskussionen z.B. in den Skype meetings.

Gordon ist der Meinung, dass die Menschen in Uganda viel Herz und Sonne in sich tragen, doch die Prägungen verleiten oft zu Gleichgültigkeit und Hoffnungslosigkeit und wenn dann mal ein Job gefunden ist, der gut bezahlt wird, stellen sich auch leicht Überheblichkeit und Nachlässigkeit ein.

Das „harte Arbeiten“ und die Disziplin lassen bei so manchem ugandischen Landsmann/-frau schnell nach. Es brauche viel Supervision um Menschen zu motivieren, zu aktivieren, zu überzeugen, dass es sich lohnt, hart und beständig, kontinuierlich zu arbeiten.

Er selbst kommt aus armen Verhältnissen und hat „niedrige Arbeiten“ verrichtet, dabei aber nie die Hoffnung aufgegeben. So kam er nach dem Studium in einem Job bei der Regierung unter, nichts Bedeutendes. Aber so bedeutend, dass er später als Pflichtverteidiger beim ICC (Internationalen Gerichtshof in Den Haag) angeheuert wurde. Dort arbeitet er schon seit mehreren Jahren. Nebenher betreibt er eine kleine Anwaltspraxis in Kampala.

Er weiß also was es heißt „hart zu arbeiten“. Und bei all seinen Jobs ist er ein natürlicher, fröhlicher und sehr dankbarer Mensch geblieben. Er möchte auch sozial unterstützend tätig sein, so wie es ihm möglich ist. Gordon liebt sein Land und seine Familie und ist trotz europäischer Erfahrungen Uganda immer treu geblieben und dabei nie überheblich geworden.

Das zeigt sich in seiner großen Dankbarkeit als er übers Wochenende in Steinbach verweilen konnte.

Es war sein erster Besuch in Deutschland.

2019, auf einem Flug zwischen Entebbe und Amsterdam hatte Christine Irtenkauf Gordon Kifudde kennengelernt. Sie kamen gleich ins Gespräch und seither arbeitet Gordon für MALAIKA Smile. Er ist ein treuer, kompetenter Rechtsbeistand, der auch kulturübergreifend erfolgreich vermittelt, gute Einigungen erzielt und gute Verträge aufsetzt. Davor hatte MALAIKA Smile mit anderen ugandischen Rechtsanwälten zusammengearbeitet, bei denen aber u.a. die oben erwähnte Überheblichkeit „auftauchte“, was sich in schlechterer Arbeit und hohen Rechnungen niederschlug.

Gordon „studiert“ den Zeitungsartikel über MALAIKA Smile, der letzte Woche erschienen war, mit einer speziellen Übersetzungs-App und war begeistert von unserer Präsenz dort.

Herzlichen Dank auch für jede finanzielle Unterstützung als Spende auf unser Konto MALAIKA Smile e.V, IBAN DE98 6601 0075 0507 1527 51, Postbank. Inzwischen ist Spenden auch direkt über paypal auf der Homepage möglich.

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