Wir berichteten bereits über Marvin, der sich vom „Not am Mann-Joker“ zum wertvollen Mitarbeiter im jungen ugandischen Betreuer-Team, der selbst viele gute Ideen hat und umsetzt, „gemausert“ hat. In einem seiner Berichte stellte er fest, dass in Uganda das praktische Lernen überhaupt keine Rolle spielt. Alles wird nur theoretisch gelehrt und gelernt. Dass dies ein großes Manko im ugandischen Bildungssystem ist, was seines Erachtens auch zu der großen Arbeitslosigkeit in Uganda führt, hat er nach dem Studium bei sich selbst festgestellt. Vieles musste er nach der theoretischen Ausbildung erst durch praktisches Lernen vertiefen, um es alltagstauglich zu machen. Dies rief Vorstandsmitglied Silvia Braun auf den Plan, die selbst ausgebildete Grund- und Hauptschulpädagogin ist und sie bestärkte ihn darin, dass das praktische Lernen von großer entwicklungspädagogischer Bedeutung ist. Die MALAIKA Smile Kids lernen im MALAIKA Smile Home viel Praktisches wie Nähen, Perlen und Schmuck herstellen, Computeranwendung und Gartenarbeit. Auf kreativer Ebene gibt es Tanz- und Musikunterricht. Silvia Braun erklärte ihm einige pädagogische Erkenntnisse wie z.B. dass die kognitive Entwicklung von Kindern auch auf dem Weg vom konkreten handlungsnahen zum abstrakten theoretischen und vor allem mehrperspektivischen Denken verläuft. Das heißt, dass u.a. durch das praktische Tun, die sinnliche Wahrnehmung und viele andere Aspekte die Entwicklung der Kinder maßgeblich gefördert wird. „Learning by doing“ – Lernen durch Tun! Außerdem erläuterte Silvia Braun Marvin welche Bedeutung das Spielen für Kinder hat. Oft wird das Spiel der Kinder als die Arbeit der Erwachsenen bezeichnet, die Kinder spielen sozusagen hauptberuflich! Mit dem Spiel begreift das Kind die Welt um sich herum, die Welt in sich selbst und auch das Geschehen um sich. Spielen ist entscheidend für die Persönlichkeitsentwicklung, es ist entscheidend für viele schulische und berufliche Fähigkeiten und den Aufbau von Kompetenzen. Spielen unterstützt die Entwicklung im emotionalen, im sozialen, im motorischen und natürlich auch wieder im kognitiven Bereich. Dieses Wissen ist in Ländern wie Uganda nicht wirklich präsent, geht es doch in erster Linie um existentielle Dinge des Lebens. Um das Mit- und selbstständige Denken zu fördern bzw. damit sich dieses entwickeln kann, sind das praktische Tun und das (teils angeleitete) Spielen unerlässlich. Ein paar praktische Tipps hatte Silvia Braun dann auch noch für Marvin, z.B. ein Legespiel, um dem 7 jährigen Raymond die Zahlen näher zu bringen. Bei diesem Spiel kann er die Zahlen wirklich be“greifen“.

Nachdem der Lockdown etwas gelockert wurde, verspürten einige MALAIKA Smile Mädchen - die Jungs weniger - den Wunsch, ihre Eltern/Sorgeberechtigten nach 3monatiger Pause wieder einmal besuchen zu dürfen. Natürlich ist das Risiko einer Corvid19-Infektion „draußen“ größer, aber der soziale Kontakt mit dem ursprünglichen Zuhause ist eben auch wichtig für die Entwicklung der Kinder. Nur Eltern, die gesund sind, dürfen ihre Kinder zu sich nehmen; manche Eltern lehnten den Besuch auch ab, da es ihnen für ihre Kinder zu riskant erscheint sie, z.B. im Slum, zu besuchen. Natürlich gaben die Betreuer den Mädchen nochmal eindringlich mit auf den Weg, die Hygienemaßnahmen einzuhalten, sofern möglich. Nun hoffen wir, dass die MALAIKA Smile Mädels physisch so stabil sind durch die gute Versorgung im MALAIKA Smile Home, dass sie gesund wieder zurückkehren.

Sarah freut sich ihre Mutter und ihren leiblichen Bruder wieder zu sehen,
die Familie wohnt im Steinbruch.

Auch die Besuche im Dorf gehen weiter. Marvin, Alex und Mama Melissa haben nicht nur ein paar Lebensmittel im Gepäck sondern sind auch Patenpost-Boten. Sie fragen wie es den Kindern geht, zeigen ihnen, dass sie nicht „vergessen“ werden. Sowohl bei den Community MALAIKA Smile Kids als auch den deutschen Paten ist die Freude groß, dass der Kontakt via E-Mail aufrecht erhalten werden kann. Auch das organisiert Marvin federführend.

Community Kid Faith muss natürlich auch zu Hause Wäsche waschen, sie hatte sogar bereits einen Brief an ihre deutsche Patin geschrieben, den Marvin umgehend weiterleitete.

Wieder einmal an dieser Stelle ein Lob auf die heutige Kommunikationstechnik und das Internet, das zum Glück (noch) funktioniert. Ohne, wäre Uganda doch ziemlich weit weg!

Spendenkonto Postbank MALAIKA Smile e.V. IBAN DE98 6601 0075 0507 5127 51

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