Nicht nur Anitah freute sich sehr über die Patenpost aus Deutschland. Alle Kinder bekamen nach und nach - die Boarding Kids sind ja nur am Wochenende im MALAIKA Smile Home - ihre Patenbriefe. Welche Freude! Die Kinder aus der Dorfgemeinschaft, die keine (Schreib)Paten haben, konnten selbst ein paar Süßigkeiten nicht wirklich trösten! Viele Kinder möchten auch so gerne Briefe schreiben. Manche bekamen Mandala-Karten zum Ausmalen. Einige Jungs spielten allerdings auch lieber Fußball im Hof oder mit den Legos, die Christine und Uwe aus Deutschland mitgebracht hatten.

Das Beantworten der Briefe managt jetzt auch Gloria. Sie bringt Stifte, Papier und Umschläge, macht eine Liste wer wem antworten muss. Auch die Qualität der Briefe unterliegt einer „strengen“ Prüfung durch sie. Und obwohl die Kids sich so sehr über die Patenpost freuen, ist es doch für die meisten nach wie vor eine große Herausforderung selbstständig auch auf die Fragen der Paten zu antworten und einen „ordentlichen“ Brief zu schreiben. Uwe, Ian, Marvin, Lehrer Andrew und Gloria sowie die Secondary Kids (wenn sie denn im Haus sind) helfen und leiten an. Die Kids sind dann aber auch sehr stolz, wenn Gloria mit ihren Briefen zufrieden ist.

Der Besuch der Schule, die Dorfkind Doreen besucht, war ein Highlight

Die Secondary Boarding Kids bekamen ihre Patenpost bei einem Kurzbesuch von Alex, Christine und Gloria an ihrer Schule. Wie immer wurde man unfreundlich empfangen und man musste erst im Direktorat anfragen, ob sie die Secondary Kids Jeremiah, Elly, Owen, Mercy, Marion und Robinah überhaupt sehen können. Nach einigem Hin und Her, kamen sie dann aber freudestrahlend nach draußen, wo man sich ungestört unterhalten konnte. Große Wiedersehensfreude, Freude über die Patenbriefe, viel Redebedarf! Insbesondere Jeremiah wich nicht von Daddy Uwes Seite. Alle freuen sich sehr auf Ende November, wenn ihre Ferien beginnen und sie für längere Zeit im MALAIKA Smile Home sein dürfen. Sowohl das Essen, der Umgang untereinander als auch die Unterrichtsqualität lassen wohl einiges zu wünschen übrig. Am letzten Wochenende, wenn Christine und Uwe in Kampala sind, wird es ein Kids-Meeting geben, wo auch über diese Dinge ausführlich gesprochen werden und ggf. eine Entscheidung auch für eine neue Schule für die Secondary Kids getroffen werden soll. Gloria hatte auch wegen einer Liste über die Schulgebühren für 2020 angefragt. Gab es nicht, sie solle Ende Dezember noch mal fragen. Typisch Afrika, dass keine längerfristigen Planungen möglich sind. Vieles geht von heute auf morgen, oder dann eben auch nicht! Denn Budgetierungen und Kalkulationen brauchen einfach Vorlauf. Auch in Afrika! Gerade in Afrika!

Wesentlich erfreulicher ging es beim nächsten Schulbesuch zu. Die St. Matia Mulumba Primary School sei die beste Schule in der Nähe des MALAIKA Smile Home, sagt ALex. Bislang geht nur Doreen, ein Dorfkind, auf diese Schule. Nach der freundlichen Begrüßung durch den Schulleiter, ohne das sonst so nervige Machogehabe eines afrikanischen Mannes in gehobener Position, kommt man gleich ins Gespräch, ob ab nächstem Jahr über 10 MALAIKA Smile Kids in diese Schule aufgenommen werden können. Der Schulleiter hat die Schulgebührenliste gleich parat und lässt auch über einen „Mengenrabatt“ mit sich reden, denn diese Schule ist nicht nur die beste sondern auch eine der teuersten Schule in fußläufiger Nähe für die MALAIKA Smile Kids. Qualität hat auch in Afrika ihren Preis. Aber wenn die Kids zu Fuß zur Schule gehen können, spart das ja auch wieder Zeit und Geld.

Falls noch Zweifel über den Wechsel an diese Schule bestanden, wurden sie durch Doreens „Auftritt“ ausgeräumt. Freudestrahlend kam sie auf Christine, Alex und Gloria zugelaufen und erzählte gleich offen und ehrlich drauf los. An anderen Schulen machen die Kids oft einen verängstigten, über Gebühr schüchternen, eben irgendwie unterdrückten Eindruck. Doreen fragt auch gleich ob sie ihre Freundin vorstellen darf, sie ist mächtig stolz darauf, Bazungu (Weiße) als Unterstützer zu haben. Auch die anderen Kinder, die gerade zum Mittagsessen anstehen, machen einen entspannten Eindruck, winken dem Besuch freundlich zu. Und Doreen ist eine der wenigen jüngeren Kinder, die selbstständig und ordentlich ihren Antwortbrief an ihre Patin schreibt! Ein weiterer Hinweis, dass an der St. Matia Mulumba Primary School tatsächlich besserer Unterricht gemacht wird. Hoffentlich klappt das alles mit der Umschulung der anderen MALAIKA Smile Kids, damit auch deren Fähigkeiten beim Schreiben, Lesen und Rechnen besser werden können.

Doreen (in der Mitte) stellt Christine ihre Freundin vor

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